Veröffentlicht: 14. August 2026 · Zuletzt aktualisiert: 14. August 2026 Autor: S. Fiedler
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.
A41WW6 im Check: Wie gut ist der comdirect S&P All World State Street ETF?
Der comdirect S&P All World State Street UCITS ETF mit der WKN A41WW6 gehört zu den jüngsten Welt-ETFs auf dem deutschen Markt. Aufgelegt wurde der ETF erst am 20. Januar 2026. Hinter dem Produkt steht State Street Investment Management; der zugrunde liegende S&P Global Select Capped Index wurde sogar erst im Oktober 2025 offiziell eingeführt.
Auf den ersten Blick wirkt der ETF wie ein weiterer globaler Aktien-ETF. Tatsächlich unterscheidet sich seine Konstruktion jedoch deutlich von klassischen Produkten auf den MSCI ACWI, MSCI ACWI IMI oder FTSE All-World.
Der Index kombiniert:
- Aktien aus Industrie- und Schwellenländern,
- Large, Mid und ausgewählte Small Caps,
- einen Profitabilitäts- und Liquiditätsfilter bei kleineren Unternehmen,
- sowie eine besondere Gewichtungsmethode, mit der die Dominanz sehr großer Konzerne reduziert werden soll.
Damit stellt sich eine interessante Frage:
Ist der A41WW6 lediglich ein neuer Welt-ETF mit vergleichsweise hoher TER – oder steckt hinter seiner Indexmethodik tatsächlich ein sinnvoller Ansatz?
Dieser Artikel betrachtet deshalb nicht nur Kosten und Fondsvolumen, sondern vor allem die Regeln, nach denen Unternehmen in den ETF gelangen und gewichtet werden.
A41WW6: Die wichtigsten Daten im Überblick
| Merkmal | comdirect S&P All World State Street UCITS ETF |
|---|---|
| WKN | A41WW6 |
| ISIN | IE00020O1MD6 |
| Benchmark | S&P Global Select Capped Index |
| Auflagedatum | 20. Januar 2026 |
| TER | 0,40 % |
| Ertragsverwendung | thesaurierend |
| Replikation | Physisch (Optimiertes Sampling) |
| Domizil | Irland |
| UCITS | ja |
| Wertpapierleihe | ja |
| Fondsvermögen | ca. 99,3 Mio. USD |
| Vermögenswerte im ETF | ca. 2.191 |
| Börsenticker | CD1 |
Stand der Fonds- und Bestandsdaten ist überwiegend der 7. beziehungsweise 10. August 2026. State Street weist aktuell eine TER von 0,40 Prozent und ein Fondsvolumen von rund 99,3 Millionen US-Dollar aus. Der ETF ist thesaurierend und verwendet eine optimierte Replikationsmethode.
Die Primärnotierung erfolgte am 22. Januar 2026 an der Deutschen Börse. Der ETF ist damit kein ausschließlich innerhalb des comdirect-Depots handelbares Produkt. Ob er bei einem anderen Broker handelbar oder sparplanfähig ist, hängt allerdings vom jeweiligen Anbieter ab.
Was bildet der S&P Global Select Capped Index ab?
Der entscheidende Punkt beim A41WW6 ist nicht der Name State Street oder comdirect, sondern sein Index.
Der S&P Global Select Capped Index greift auf zwei Ausgangsbereiche zurück:
S&P Global LargeMidCap
für große und mittelgroße Unternehmen
und
S&P Global SmallCap Select
für ausgewählte kleinere Unternehmen.
S&P beschreibt den Index ausdrücklich als globalen Aktienindex, bei dem Qualitäts- und Liquiditätsanforderungen sowie eine Begrenzung der Konzentration großer Einzelunternehmen eingesetzt werden. Aktuell umfasst der Index rund 5.089 Unternehmen.
Damit unterscheidet sich das Konzept beispielsweise vom FTSE All-World. Dieser enthält Large und Mid Caps aus Industrie- und Schwellenländern und umfasst derzeit ungefähr 4.200 Unternehmen. Small Caps gehören nicht zum FTSE All-World.
Der MSCI ACWI IMI geht dagegen noch breiter vor. Er enthält Large, Mid und Small Caps aus Industrie- und Schwellenländern und umfasst aktuell rund 8.195 Indexbestandteile. MSCI möchte damit ungefähr 99 Prozent des global investierbaren Aktienuniversums erfassen.
Vereinfacht lässt sich die Abgrenzung so darstellen:
| Index | Industrieländer | Emerging Markets | Large/Mid Caps | Small Caps | Besonderer Small-Cap-Qualitätsfilter |
|---|---|---|---|---|---|
| FTSE All-World | ja | ja | ja | nein | nein |
| MSCI ACWI IMI | ja | ja | ja | ja | nein |
| S&P Global Select Capped | ja | ja | ja | ausgewählt | ja |
Der A41WW6 ist deshalb nicht einfach nur ein anderer Name für einen MSCI-ACWI-IMI-ETF. Hinter ihm steht ein eigenständiges Indexkonzept.
Small Caps mit Qualitätsfilter: Was bedeutet das konkret?
Hier befindet sich eine der interessantesten Besonderheiten des ETF.
Ein klassischer All-Cap-Index nimmt kleinere Unternehmen grundsätzlich entsprechend seiner Größen- und Investierbarkeitsregeln auf. Der S&P Global Select Capped Index geht bei Small Caps einen Schritt weiter.
Für diese Unternehmen verlangt S&P unter anderem eine positive Gewinnhistorie über zwei Jahre. Außerdem wird ein Liquiditätsfilter eingesetzt. Für neue Indexmitglieder nennt S&P derzeit einen Mindestwert des Median Daily Value Traded von 10 Millionen US-Dollar; für bereits enthaltene Titel gilt eine niedrigere Schwelle von 8 Millionen US-Dollar.
Der Sinn dahinter ist nachvollziehbar.
Gerade unter kleineren börsennotierten Unternehmen befinden sich überdurchschnittlich viele:
- dauerhaft unprofitable Unternehmen,
- sehr kleine und illiquide Aktien,
- junge Geschäftsmodelle mit hohem Finanzierungsbedarf,
- Unternehmen, deren Aktien nur in geringen Volumina gehandelt werden.
Der Index versucht also nicht, sämtliche Small Caps abzubilden. Er möchte einen Teil der weniger profitablen beziehungsweise schlechter handelbaren Unternehmen bereits auf Indexebene aussortieren.
S&P hatte bei früheren Untersuchungen seiner Small-Cap-Select-Familie festgestellt, dass das Herausfiltern unprofitabler Small Caps historisch mit besseren risikoadjustierten Ergebnissen verbunden war. Der Indexanbieter weist dabei selbst darauf hin, dass es sich um historische beziehungsweise teilweise rückgerechnete Untersuchungen handelt und daraus keine zukünftige Überrendite abgeleitet werden kann.
Für Anleger ist eine andere Unterscheidung besonders wichtig:
Der A41WW6 ist deshalb kein reiner Quality-Faktor-ETF.
Der Profitabilitätsfilter wird nicht gleichermaßen auf sämtliche großen und mittelgroßen Unternehmen angewendet. Er betrifft insbesondere den Small-Cap-Bereich. Large und Mid Caps bleiben wesentlich näher an einem klassischen breiten Marktindex.
Man könnte den Ansatz deshalb eher als breiten Weltindex mit modifizierter Small-Cap-Auswahl und zusätzlicher Konzentrationsbegrenzung beschreiben.
Wie reduziert der Index die Dominanz von Mega Caps?
Die zweite Besonderheit betrifft die größten Aktiengesellschaften.
Klassische Weltindizes werden überwiegend nach frei handelbarer Marktkapitalisierung gewichtet. Steigt beispielsweise der Börsenwert eines ohnehin sehr großen US-Technologieunternehmens stark an, erhält dieses Unternehmen automatisch ein immer höheres Gewicht.
Das ist grundsätzlich kein Konstruktionsfehler. Es entspricht schlicht dem Prinzip der Marktkapitalisierungsgewichtung.
Allerdings kann dadurch eine zunehmende Konzentration auf wenige Mega Caps entstehen.
Der S&P Global Select Capped Index verändert dieses Prinzip teilweise.
S&P teilt das Universum bei der Gewichtung in drei Bereiche. Die Unternehmen im obersten 20-Prozent-Segment der Free-Float-Marktkapitalisierung werden als Mega Caps innerhalb dieses Bereichs gleichgewichtet. Die übrigen Large- und Mid-Cap-Unternehmen sowie die Small Caps werden dagegen weiterhin anhand ihrer Free-Float-Marktkapitalisierung gewichtet.
Das bedeutet:
Der Index ist kein Equal-Weight-Weltindex.
Der überwiegende Teil des Portfolios bleibt marktkapitalisierungsgewichtet. Lediglich bei den größten Unternehmen greift ein Mechanismus ein, der eine besonders starke Konzentration auf einzelne Mega Caps reduzieren soll.
Im realen ETF lässt sich dieser Effekt bereits erkennen. Zu den größten Positionen gehörten Anfang August 2026:
| Unternehmen | Gewicht im ETF |
|---|---|
| Microsoft | 2,45 % |
| Amazon | 2,25 % |
| Broadcom | 2,25 % |
| Nvidia | 2,18 % |
| Apple | 2,09 % |
| Meta Platforms | 2,02 % |
| Taiwan Semiconductor | 2,00 % |
| Tesla | 1,69 % |
| Samsung Electronics | 1,47 % |
| Alphabet A | 1,10 % |
Stand: 7. August 2026.
Auffällig ist, dass mehrere der weltgrößten Unternehmen relativ ähnliche Gewichte besitzen. Bei einem klassischen vollständig marktkapitalisierungsgewichteten Weltindex fallen die Unterschiede häufig größer aus.
Das verändert allerdings nicht die grundlegende regionale Struktur des Weltaktienmarktes. US-Unternehmen bleiben auch in diesem Index sehr bedeutend.
Der Mechanismus soll also Mega-Cap-Konzentration vermindern, nicht die USA aus dem Portfolio verdrängen.
Warum hat der Index über 5.000 Aktien, der ETF aber nur rund 2.200?
Dieser Unterschied kann auf den ersten Blick irritieren.
Der S&P Global Select Capped Index umfasst aktuell rund 5.089 Unternehmen, während State Street für den ETF lediglich 2.191 Vermögenswerte ausweist.
Der Grund liegt in der Replikationsmethode.
State Street bezeichnet den ETF ausdrücklich als optimiert replizierend. Ein solcher ETF muss nicht jede einzelne Aktie des zugrunde liegenden Index tatsächlich im exakt gleichen Umfang kaufen. Stattdessen kann der Fondsmanager eine Auswahl von Wertpapieren halten, mit der sich die Risiko- und Renditeeigenschaften des Index möglichst genau abbilden lassen.
Gerade bei Indizes mit mehreren tausend Titeln kann ein solches Sampling sinnvoll sein. Sehr kleine Indexpositionen vollständig abzubilden könnte zusätzlichen Handels- und Verwaltungsaufwand verursachen, obwohl diese Positionen nur einen äußerst geringen Einfluss auf die Indexentwicklung besitzen.
Daraus folgt allerdings auch:
„Über 5.000 Indexwerte“ bedeutet beim A41WW6 derzeit nicht, dass der Fonds tatsächlich Aktien aller 5.000 Unternehmen hält.
Für die spätere Beurteilung des ETF wird deshalb neben der TER insbesondere interessant sein, wie gut State Street den Index tatsächlich nachbildet.
Dafür ist langfristig die Tracking Difference aussagekräftiger als allein die Zahl der gehaltenen Einzelwerte.
Wie häufig wird der Index angepasst?
Auch die Indexpflege ist anders als bei manchem einfachen Weltindex.
S&P nennt für den S&P Global Select Capped Index ein jährliches Rebalancing im September. Zusätzlich werden im März, Juni und Dezember Änderungen bei Aktienanzahl und neu aufgenommenen Börsengängen berücksichtigt.
Die Methodik ist also regelbasiert, ohne dass das gesamte Portfolio jedes Quartal komplett neu konstruiert wird.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Regelmäßige Indexupdates bedeuten nicht automatisch hohen Portfolio-Turnover. Kursbewegungen verändern die Gewichtung marktkapitalisierter Positionen ohnehin automatisch. Tatsächliche Käufe und Verkäufe werden insbesondere nötig, wenn Unternehmen aufgenommen oder entfernt werden oder sich indexrelevante Unternehmensdaten verändern.
Beim A41WW6 kommt zusätzlich hinzu, dass die besonderen Gewichtungsregeln beim Rebalancing wiederhergestellt werden müssen.
Ein langfristig interessanter Beobachtungspunkt wird daher sein, wie hoch der reale Portfolio-Turnover und die daraus resultierende Tracking Difference ausfallen.
A41WW6 vs. MSCI ACWI IMI und FTSE All-World
Die drei Ansätze verfolgen teilweise unterschiedliche Ziele.
| Merkmal | A41WW6 / S&P Global Select Capped | MSCI ACWI IMI | FTSE All-World |
|---|---|---|---|
| Developed Markets | ja | ja | ja |
| Emerging Markets | ja | ja | ja |
| Large Caps | ja | ja | ja |
| Mid Caps | ja | ja | ja |
| Small Caps | selektiv | umfassend | nein |
| Profitabilitätsfilter Small Caps | ja | nein | – |
| Mega-Cap-Begrenzung | ja | nein | nein |
| Gewichtung | kombiniert | Marktkapitalisierung | Marktkapitalisierung |
| aktuelle Indexbreite | ca. 5.100 | ca. 8.200 | ca. 4.200 |
Die Zahlen beziehen sich auf unterschiedliche aktuelle Stichtage der jeweiligen Indexanbieter und dienen deshalb nur zur Größenordnung.
Der MSCI ACWI IMI ist die konsequentere Lösung, wenn das Ziel darin besteht, den weltweiten Aktienmarkt einschließlich Small Caps möglichst breit und weitgehend nach Marktkapitalisierung abzubilden.
Der FTSE All-World verzichtet auf Small Caps und konzentriert sich auf Large und Mid Caps.
Der S&P Global Select Capped Index positioniert sich dazwischen beziehungsweise daneben: Small Caps werden berücksichtigt, jedoch stärker gefiltert. Gleichzeitig greift die Methodik bei den größten Unternehmen stärker in die traditionelle Marktkapitalisierungsgewichtung ein.
Damit ist die entscheidende Frage nicht:
Welcher Index enthält einfach die meisten Aktien?
Sondern:
Welche Indexlogik möchte ein Anleger überhaupt im Portfolio haben?
Sind 0,40 Prozent TER für den A41WW6 zu hoch?
Hier besitzt der ETF einen offensichtlichen Nachteil.
Mit 0,40 Prozent TER gehört der A41WW6 nicht zu den günstigsten breit aufgestellten Welt-ETFs.
Zum Vergleich: Der ebenfalls von State Street angebotene SPDR MSCI ACWI IMI UCITS ETF kostet derzeit lediglich 0,17 Prozent pro Jahr. Er bildet mit dem MSCI ACWI IMI einen sehr breiten, klassischen Weltindex mit Large, Mid und Small Caps ab.
Bei 10.000 Euro Anlagevolumen entsprechen:
- 0,40 % rechnerisch etwa 40 Euro pro Jahr,
- 0,17 % etwa 17 Euro pro Jahr.
Die Differenz beträgt damit zunächst lediglich 23 Euro jährlich. Bei größeren Depotvolumina und sehr langen Anlagezeiträumen wird der Unterschied durch den Zinseszinseffekt jedoch zunehmend relevanter.
Trotzdem wäre die Schlussfolgerung
„0,40 Prozent sind teurer, also ist der ETF schlechter“
zu einfach.
Der A41WW6 kauft schließlich eine andere Indexmethodik ein.
Die eigentliche Frage lautet deshalb:
Erzeugen Small-Cap-Qualitätsfilter und reduzierte Mega-Cap-Konzentration langfristig einen ausreichenden Mehrwert, um den Kostenaufschlag zu rechtfertigen?
Und genau diese Frage kann derzeit noch nicht seriös beantwortet werden.
Das größte Problem: ETF und Index besitzen kaum reale Historie
Der ETF wurde erst am 20. Januar 2026 aufgelegt. State Street veröffentlicht deshalb derzeit noch nicht einmal eine vollständige Einjahresperformance des Fonds.
Noch wichtiger ist das Alter des Index.
Der S&P Global Select Capped Index wurde am 20. Oktober 2025 eingeführt. S&P gibt zwar einen historischen ersten Indexwert vom Dezember 2004 an, aber diese Daten liegen zeitlich weit vor dem tatsächlichen Indexstart.
Damit handelt es sich bei historischen Indexentwicklungen vor Oktober 2025 um rückgerechnete beziehungsweise hypothetische Daten.
Das ist ein erheblicher Unterschied zu einem Index, dessen Regeln bereits seit 15 oder 20 Jahren tatsächlich im Markt angewendet wurden.
Ein Backtest kann durchaus helfen, eine Methodik zu untersuchen. Er zeigt beispielsweise, wie sich bestimmte Filter in vergangenen Marktphasen theoretisch ausgewirkt hätten.
Er beweist aber nicht, dass der Ansatz künftig dieselben Ergebnisse erzielt.
Gerade bei Faktor- und regelbasierten Strategien sollten Anleger deshalb zwischen drei Dingen unterscheiden:
Backtest des Index → reale Indexhistorie → reale ETF-Historie.
Beim A41WW6 sind die letzten beiden Punkte derzeit noch sehr kurz.
Das muss nicht gegen den ETF sprechen. Es verhindert aber momentan eine belastbare Aussage darüber, ob seine besondere Konstruktion einen klassischen Welt-ETF langfristig tatsächlich übertreffen oder risikoseitig verbessern kann.
Welche Vorteile und Nachteile hat der A41WW6?
Aus heutiger Sicht lässt sich der ETF relativ klar einordnen.
Für den Ansatz sprechen
- Die breite globale Ausrichtung, die Berücksichtigung von Schwellenländern und kleineren Unternehmen, der Profitabilitätsfilter bei Small Caps und der Versuch, eine zunehmende Konzentration auf wenige Mega Caps zu reduzieren.
- Interessant ist außerdem, dass nicht einfach sämtliche kleinsten Unternehmen eines globalen All-Cap-Universums aufgenommen werden. Der Index versucht gezielt, wenig liquide und unprofitable Small Caps stärker auszusortieren.
Dem stehen mehrere Nachteile gegenüber.
- Die TER von 0,40 Prozent ist deutlich höher als bei einigen klassischen Welt-ETFs. Das Fondsvolumen von knapp 100 Millionen US-Dollar ist für einen erst Anfang 2026 aufgelegten ETF zwar bereits beachtlich, aber noch weit von etablierten Welt-ETFs mit mehreren Milliarden Euro oder US-Dollar entfernt.
- Vor allem fehlt bislang eine belastbare reale Historie.
- Zusätzlich sollten Anleger verstehen, dass die besondere Gewichtung auch bedeutet, bewusst von der reinen Weltmarktkapitalisierung abzuweichen. Entwickeln sich gerade die größten Mega Caps über längere Zeit besonders stark, kann eine Begrenzung dieser Unternehmen gegenüber einem klassischen Weltindex auch Rendite kosten.
Der Mechanismus ist daher kein kostenloser Diversifikationsbonus. Er ist eine strategische Entscheidung.
A41WW6 bei comdirect kaufen oder besparen
Obwohl der ETF regulär an der Deutschen Börse notiert ist, besitzt er bei comdirect* besondere Konditionen. Das überrascht nicht: comdirect hat das Produkt gemeinsam mit State Street Investment Management entwickelt.
Nach derzeitigen Angaben ist A41WW6 bei comdirect:
- börslich handelbar,
- bereits ab 1 Euro im Sparplan besparbar,
- als Sonderaktion im ETF-Angebot geführt.
comdirect gibt außerdem an, dass für Sparplanausführungen des eigenen All-World-ETF derzeit kein Orderentgelt anfällt. Für Käufe und Verkäufe über Tradegate entfallen nach den veröffentlichten Sonderbedingungen ebenfalls bestimmte Orderentgelte; marktübliche Spreads und die Produktkosten des ETF bleiben bestehen.
Darüber oder darunter können wir zusätzlich intern auf deinen Artikel zu ETF-Depots bzw. ETF-Sparplänen verlinken.
Wichtig bleibt: Der A41WW6 muss nicht bei comdirect gekauft werden. Die besondere Stellung von comdirect ergibt sich vor allem aus den derzeitigen Sonderkonditionen und der gemeinsamen Produktentwicklung, nicht aus einer exklusiven Handelbarkeit.
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- ✓ Breites Wertpapierangebot mit Aktien, ETFs, Fonds, Zertifikaten und weiteren Anlageprodukten
Fazit: Interessanter Welt-ETF – aber noch ohne langen Praxistest
Der A41WW6 ist fachlich interessanter, als es der Name „comdirect All World ETF“ zunächst vermuten lässt.
Der zugrunde liegende S&P Global Select Capped Index kombiniert einen sehr breiten globalen Aktienansatz mit zwei bewussten Veränderungen klassischer Weltindizes:
Small Caps werden stärker nach Profitabilität und Liquidität gefiltert, während bei den größten Unternehmen die Konzentration begrenzt wird.
Damit liegt der ETF konzeptionell zwischen einem klassischen passiven Weltindex und einer stärker faktororientierten Strategie.
Gerade diese Zwischenstellung macht ihn interessant.
Er ist kein klassischer Quality-ETF, weil nicht sämtliche Unternehmen nach umfassenden Qualitätskennzahlen ausgewählt werden. Gleichzeitig ist er aber auch kein vollständig neutraler marktkapitalisierter Weltindex.
Mit 0,40 Prozent TER bezahlt der Anleger für diese besondere Methodik derzeit mehr als für viele klassische All-World- beziehungsweise ACWI-Produkte. Ob sich dieser Aufpreis langfristig durch eine günstigere Risiko-Rendite-Struktur rechtfertigen lässt, kann aufgrund der sehr kurzen realen Historie noch nicht festgestellt werden.
Der A41WW6 erscheint deshalb derzeit vor allem als interessante Alternative für Anleger, die bewusst einen sehr breiten Welt-ETF mit ausgewählten Small Caps und geringerer Mega-Cap-Konzentration suchen – nicht als bereits bewiesener Ersatz für MSCI ACWI IMI oder FTSE All-World.
Wer dagegen möglichst nah am globalen Aktienmarkt bleiben und dabei möglichst geringe laufende Kosten bevorzugen möchte, findet weiterhin einfachere und günstigere Welt-ETF-Konstruktionen.
Hinweis: Die Darstellung dient der Information und Veranschaulichung verschiedener ETF- und Indexkonzepte. Sie stellt keine individuelle Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf des genannten ETF dar. Produktdaten, Kosten, Zusammensetzung und Sonderkonditionen können sich ändern.