Veröffentlicht: 09. Februar 2026 · Zuletzt aktualisiert: 09. Februar 2026
Autor: S. Fiedler
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.
Broker – Marktzugang für aktive Trader
Broker ermöglichen den Zugang zu den Finanzmärkten für Anleger und Trader, die kurzfristige Marktbewegungen handeln oder spezialisierte Instrumente einsetzen möchten. Im Gegensatz zu klassischen Depotbanken liegt der Fokus bei Brokern weniger auf langfristiger Kapitalanlage, sondern auf aktivem Trading, Flexibilität und direktem Marktzugang.
Broker stellen damit einen eigenständigen Marktzugang dar, der sich insbesondere an erfahrene Marktteilnehmer richtet und höhere Anforderungen an Risikomanagement und Eigenverantwortung stellt.
Typische Merkmale von Brokern
Broker unterscheiden sich in mehreren Punkten grundlegend von Depotbanken:
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Verstärkter oder ausschließlicher Zugang zu außerbörslichen Handelsplätzen ( OTC-Handel und Terminbörsen )
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Handel mit Derivaten wie CFDs, Futures oder Optionen
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Möglichkeit zum Einsatz von Hebelprodukten
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Eigenverantwortliche Steuer‑ und Risikoabwicklung
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Fokus auf kurzfristige Handelsstrategien
Aufgrund dieser Eigenschaften eignen sich Broker vor allem für aktive Trader, die Marktbewegungen gezielt nutzen möchten und mit den Funktionsweisen der eingesetzten Instrumente vertraut sind.
Zeitlicher Marktzugang und erweiterte Handelszeiten
Ein wesentlicher Unterschied zwischen Depotbanken und spezialisierten Brokern liegt im zeitlichen Marktzugang. Während der börsliche Handel über Depotbanken in der Regel an die offiziellen Handelszeiten der jeweiligen Börsen gebunden ist, ermöglichen Broker häufig einen erweiterten oder nahezu durchgehenden Handel.
Über spezialisierte CFD‑Broker, Futures‑Broker sowie Multi‑Asset‑Broker erhalten Trader Zugang zu Märkten auch außerhalb der klassischen, europäischen Börsenzeiten. Dazu zählen unter anderem der Overnight‑Handel, der Handel in den frühen Morgen‑ und späten Abendstunden sowie – abhängig vom Instrument – auch der Wochenendhandel, etwa bei Kryptowährungen.
Globale Handelszeiten und kontinuierlicher Marktzugang
uch wenn einzelne Börsenplätze feste Handelszeiten haben, sind die globalen Finanzmärkte insgesamt nahezu durchgehend aktiv. Der Handel verlagert sich im Tagesverlauf zwischen den großen Finanzzentren. In den Vormittagsstunden dominieren europäische Handelsplätze, am Nachmittag kommen die US‑Börsen hinzu. Nach deren Handelsschluss um 22:00 Uhr MEZ übernehmen dann ab 0:00 Uhr MEZ die asiatischen Märkte (Japan, China, HongKong) nahezu parallel zu Australien und Neuseeland, sodass sich der Handelszyklus bis in die frühen Morgenstunden fortsetzt. Lediglich während kurzer Roll‑Over‑Phasen, meist zwischen etwa 23:00 und 00:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit, werden auch die meisten Future-Kontrakte und daruaf sich beziehende CFDs nicht gehandelt. Über spezialisierte Broker erhalten Trader dadurch einen nahezu kontinuierlichen Marktzugang über verschiedene Zeitzonen hinweg.
Spezialisierte Broker für kurzfristiges Trading
Ein Teil der Broker konzentriert sich auf den Handel mit CFDs, Währungen und Rohstoffen. Diese Anbieter ermöglichen es, sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse zu setzen und Positionen flexibel zu steuern.
Pepperstone* ist ein Beispiel für einen spezialisierten Broker, der den Handel mit CFDs auf verschiedene Basiswerte anbietet, darunter Indizes, Währungen und Rohstoffe. Der Handel mit CFDs ist mit einem erhöhten Risiko verbunden und eignet sich ausschließlich für erfahrene Marktteilnehmer, die sich der Funktionsweise von Hebelprodukten bewusst sind.
Multi‑Asset‑Broker & professionelle Handelsplattformen
Neben spezialisierten CFD‑Brokern existieren sogenannte Multi‑Asset‑Broker, die einen erweiterten Marktzugang bieten. Anbieter wie LYNX* oder CapTrader* fungieren als Introducing Broker von Interactive Brokers und ermöglichen den Handel mit nahezu allen Anlageklassen und Handelsinstrumenten:
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Aktien und ETFs
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Anleihen
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Futures und Optionen
- Optionsscheine und Zertifikate
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Wertpapierkredite und Leerverkäufe
Diese Anbieter richten sich primär an erfahrene Anleger und Trader. Die hier oftmals eingesetzte Trader Workstation (TWS) bietet neben weiter Handels-Software umfangreiche Funktionen und hohe Flexibilität, erfordert jedoch eine intensive Einarbeitung sowie eine eigenständige steuerliche Behandlung von Kapitalerträgen.
Futures‑Handel und Terminmärkte
Der direkte Handel an Terminbörsen, etwa über Futures auf Indizes oder Rohstoffe, stellt eine weitere Form des Marktzugangs dar. Futures‑Broker richten sich in der Regel an professionelle Marktteilnehmer und setzen fundierte Kenntnisse der Terminmärkte voraus. Der Einsatz von Futures ist mit spezifischen Risiken verbunden, darunter Margin‑Anforderungen und Roll‑Risiken bei längerfristigen Positionen.
Einordnung & Hinweis
Broker bieten einen flexiblen und leistungsfähigen Marktzugang für aktives Trading, beispielsweise auch im Overnight-Handel während der Handelszeiten asiatischer Börsen. Sie sind jedoch nicht für jeden Anleger geeignet. Welche Anbieterstruktur sinnvoll ist, hängt maßgeblich von Erfahrung, Anlageziel und persönlicher Risikobereitschaft ab.
Diese Übersicht dient der sachlichen Orientierung und stellt keine Anlageberatung dar.
Diese Seite ist Teil unserer Übersicht zu Broker & Depotbanken und dient der sachlichen Einordnung verschiedener Marktzugänge.