Veröffentlicht: 09. Februar 2026 · Zuletzt aktualisiert: 09. Februar 2026
Autor: S. Fiedler 
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.

Depotbanken – Marktzugang für langfristige Anleger

Depotbanken stellen für viele Privatanleger den klassischen Zugang zu den Finanzmärkten dar. Sie richten sich primär an Anleger, die Wertpapiere langfristig halten oder regelmäßig investieren möchten. Der Schwerpunkt liegt auf dem börslichen Handel mit Aktien, ETFs, ETCs und Anleihen über regulierte Handelsplätze.

Im Gegensatz zu spezialisierten Trading‑Brokern sind Depotbanken in der Regel Vollbanken mit deutscher Banklizenz und unterliegen der Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Für Anleger bedeutet dies ein hohes Maß an regulatorischer Einbindung und rechtlicher Klarheit.

Typische Merkmale von Depotbanken

Depotbanken zeichnen sich insbesondere durch folgende Eigenschaften aus:

  • Wertpapierdepots für langfristige Kapitalanlagen

  • Handel über regulierte Börsenplätze

  • Automatische Abführung der Kapitalertragsteuer in Deutschland

  • Einbindung in das deutsche Einlagensicherungs‑ und Aufsichtssystem

  • Klare Trennung zwischen Anlage‑ und Trading‑Produkten

Für die meisten Anleger entfällt dadurch ein gewisser administrativer Aufwand, da steuerliche Pflichten im Regelfall automatisch durch die Depotbank abgewickelt werden. Ausnahmen können bei bestimmten Instrumenten wie CFDs oder dem reinen Devisenhandel bzw. dem Führen von Fremdwährungskonten bestehen.

Regulierung und Banklizenz

Depotbanken verfügen in der Regel über eine deutsche Vollbanklizenz und sind Teil größerer Bankengruppen. Kundengelder unterliegen den gesetzlichen Einlagensicherungssystemen, und die Institute sind verpflichtet, umfangreiche regulatorische Vorgaben einzuhalten.

Diese Struktur unterscheidet Depotbanken deutlich von internationalen Brokern oder Multi‑Asset‑Plattformen, bei denen Anleger häufig eine höhere Eigenverantwortung tragen – insbesondere in steuerlichen Fragen.

Depotbanken verfügen aufgrund ihrer regulatorischen Einbindung, Infrastruktur und Serviceleistungen häufig über eine andere Kostenstruktur als spezialisierte Broker. Für langfristig orientierte Anleger stehen dabei Aspekte wie steuerliche Abwicklung, regulatorische Sicherheit und einfache Handhabung im Vordergrund, während die konkreten Konditionen je nach Anbieter und Nutzungsverhalten variieren können.

Beispiele für deutsche Depotbanken

Comdirect*: Die Comdirect ist eine Tochtergesellschaft der Commerzbank und zählt zu den bekanntesten Direktbanken in Deutschland. Sie bietet Wertpapierdepots für den Handel mit Aktien, ETFs, ETCs und Anleihen und richtet sich sowohl an Einsteiger als auch an erfahrene Anleger. Die steuerliche Abwicklung erfolgt automatisch im Rahmen der deutschen Kapitalertragsteuer.

 

sBroker*: Der sBroker ist der zentrale Online‑Broker der Sparkassen‑Finanzgruppe. Als Tochter der DekaBank ist er eng in das deutsche Bankensystem eingebunden und ermöglicht den Wertpapierhandel über zahlreiche Börsenplätze. Auch hier erfolgt die steuerliche Behandlung von Kapitalerträgen in der Regel automatisch.

Einordnung

Depotbanken eignen sich insbesondere für Anleger, die Wert auf regulatorische Sicherheit, einfache steuerliche Abwicklung und langfristige Kapitalanlage, beispielsweise über Sparpläne, legen. Sie stellen einen stabilen und transparenten Marktzugang dar, sind jedoch weniger auf kurzfristiges Trading oder hochfrequente Handelsstrategien ausgelegt.

Diese Übersicht dient der sachlichen Orientierung und stellt keine Anlageberatung dar.


Diese Seite ist Teil unserer Übersicht zu Broker & Depotbanken und dient der sachlichen Einordnung verschiedener Marktzugänge.

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