Veröffentlicht: 19. August 2026 · Zuletzt aktualisiert: 19. August 2026 Autor: S. Fiedler 
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.

Cost-Average-Szenario-Rechner: Nachkäufe und Break-even berechnen

Mit dem Cost-Average-Szenario-Rechner können Sie mehrere Käufe zu unterschiedlichen Kursen simulieren. Der Rechner zeigt, wie sich Nachkäufe auf den durchschnittlichen Einstandskurs auswirken, wie hoch der aktuelle Buchgewinn oder Buchverlust wäre und welche Kursbewegung anschließend bis zum Break-even erforderlich ist.

Neben frei gewählten Käufen lassen sich auch gestaffelte Tranchen bei Kursrückgängen modellieren. Zusätzlich können Sie das Ergebnis mit einer Einmalanlage beim ursprünglichen Einstiegskurs vergleichen.

Cost-Average-Szenario-Rechner

Simulieren Sie mehrere Käufe zu unterschiedlichen Kursen oder gestaffelte Käufe bei Kursrückgängen. Der Rechner zeigt, wie sich der durchschnittliche Einstand verändert, wie hoch der Buchgewinn oder Buchverlust nach jedem Kauf ist und welche Kurserholung bis zum Break-even erforderlich wäre.

Für regelmäßige Käufe oder frei gewählte Tranchen: Investitionsbetrag und Kaufkurs können je Kauf individuell eingetragen werden.

Zwischen 2 und 60 Käufen bzw. Tranchen frei wählbar.
Wird beim Erstellen vorbelegt und kann je Kauf geändert werden.
Optionales Erholungsszenario nach den dokumentierten Käufen.
„Kauftabelle neu erstellen“ übernimmt die oben gewählte Anzahl und den Standardbetrag. Bereits eingetragene Zeilen werden dabei ersetzt.

So funktioniert der Cost-Average-Szenario-Rechner

Bei mehreren Käufen zu unterschiedlichen Kursen verändert sich der durchschnittliche Einstandspreis der gesamten Position. Fallen die Kurse und wird zu niedrigeren Preisen nachgekauft, können mit demselben oder einem höheren Geldbetrag zusätzliche Anteile erworben werden.

Der Rechner summiert deshalb nicht einfach die Kaufkurse und bildet daraus einen arithmetischen Durchschnitt. Entscheidend ist, wie viele Stücke mit jeder einzelnen Investition erworben wurden.

Beispiel: Werden jeweils 10.000 Euro zu Kursen von 100, 90, 80 und 70 Euro investiert, wurden insgesamt 40.000 Euro angelegt. Durch die niedrigeren späteren Kaufkurse werden insgesamt rund 478,97 Stück erworben. Der durchschnittliche Einstand sinkt dadurch auf ungefähr 83,51 Euro.

Freie Käufe oder gestaffelte Tranchen

Im Modus „Freie Käufe“ können Investitionsbetrag und Kaufkurs für jede einzelne Position unabhängig eingegeben werden. Damit lassen sich sowohl regelmäßige monatliche Käufe als auch individuell geplante Nachkäufe simulieren.

Der Modus „Kursrückgang / Tranchen“ ist speziell für gestaffelte Käufe während einer Marktkorrektur gedacht. Ausgehend von einem Anfangskurs können beispielsweise Käufe bei einem Rückgang von 10, 20 oder 30 Prozent modelliert werden. Der Betrag jeder Tranche bleibt dabei frei wählbar.

So lässt sich beispielsweise untersuchen, wie sich ein größerer Nachkauf bei einem stärkeren Kursrückgang auf den durchschnittlichen Einstand auswirkt.

Durchschnittlicher Einstand und Break-even

Der durchschnittliche Einstand entspricht in der vereinfachten Modellrechnung gleichzeitig dem Break-even-Kurs der gesamten Position.

Liegt dieser beispielsweise nach mehreren Käufen bei 83,51 Euro, entspricht der rechnerische Positionswert bei einem Kurs von ungefähr 83,51 Euro wieder dem insgesamt investierten Kapital. Gebühren und Steuern werden dabei nicht berücksichtigt.

Besonders interessant ist deshalb die Kennzahl „Erforderlicher Kursanstieg bis Break-even“.

Wurde zuletzt bei 70 Euro gekauft und beträgt der neue durchschnittliche Einstand 83,51 Euro, müsste der Kurs von 70 Euro aus noch um rund 19,3 Prozent steigen, damit die gesamte Position wieder ungefähr bei null liegt.

Ohne die günstigeren Nachkäufe könnte der ursprüngliche Break-even dagegen weiterhin bei 100 Euro liegen. Von 70 auf 100 Euro wäre dafür ein Anstieg von rund 42,86 Prozent erforderlich.

Was zeigt die Grafik?

Die blaue Linie zeigt die einzelnen Kaufkurse. Die grüne Linie stellt den durchschnittlichen Einstand nach dem jeweiligen Kauf dar.

Liegt ein neuer Kaufkurs unterhalb des bisherigen Durchschnittseinstands, wird der Einstand durch diesen Kauf gesenkt. Erfolgt ein zusätzlicher Kauf dagegen oberhalb des bisherigen Durchschnitts, steigt der durchschnittliche Einstand wieder.

Über die einzelnen Punkte der Grafik können zusätzlich der bis dahin investierte Betrag, der Positionswert, der Buchgewinn oder Buchverlust sowie die notwendige Kursbewegung bis zum jeweiligen Break-even angezeigt werden. Der zusätzliche Tiefpunktvergleich orientiert sich am niedrigsten im Szenario dokumentierten Kaufkurs und vergleicht dort die bis zu diesem Zeitpunkt aufgebaute Cost-Average-Position mit der Einmalanlage.

Cost Average gegenüber einer Einmalanlage

Der Rechner stellt das Cost-Average-Szenario zusätzlich einer Einmalanlage beim ersten Kaufkurs gegenüber. Dadurch wird sichtbar, wie unterschiedlich sich beide Varianten während eines zwischenzeitlichen Kursrückgangs entwickeln können.

Für den Tiefpunkt- und Break-even-Vergleich verwendet der Rechner den niedrigsten dokumentierten Kaufkurs innerhalb des eingegebenen Szenarios. Bei der Cost-Average-Position werden dabei nur die Käufe berücksichtigt, die bis zu diesem Zeitpunkt bereits erfolgt sind. So lässt sich vergleichen, wie hoch der jeweilige Buchverlust am gleichen Kursniveau wäre und welche Kurserholung beide Varianten anschließend bis zu ihrem jeweiligen Break-even benötigen.

Wurden beispielsweise insgesamt 40.000 Euro gestaffelt zu Kursen von 100, 90, 80 und 70 Euro investiert, liegt der durchschnittliche Einstand nach allen Käufen bei ungefähr 83,51 Euro. Bei einem Marktpreis von 70 Euro befindet sich auch diese Position zunächst noch im Buchverlust.

Eine Einmalanlage der gesamten 40.000 Euro bei einem Kurs von 100 Euro hätte bei einem späteren Kurs von 70 Euro dagegen einen höheren Buchverlust. Während die Cost-Average-Position von 70 Euro aus nur noch rund 19,3 Prozent bis zu ihrem Break-even benötigt, müsste sich die Einmalanlage um rund 42,86 Prozent bis auf 100 Euro erholen.

Erholt sich der Kurs anschließend wieder bis zum ursprünglichen Einstiegskurs, kann die Cost-Average-Position aufgrund der zu niedrigeren Kursen zusätzlich erworbenen Stücke bereits im Buchgewinn liegen, während die ursprüngliche Einmalanlage erst wieder ihren Break-even erreicht.

Wichtig: Der Vergleich mit der Einmalanlage unterstellt, dass das gesamte über die betrachteten Käufe investierte Kapital bereits beim ersten Kauf zur Verfügung gestanden hätte. Bei einem klassischen Sparplan, bei dem das Kapital erst nach und nach aus laufendem Einkommen bereitgestellt wird, ist diese Annahme nicht vollständig vergleichbar.

Gerade der letzte Absatz ist wichtig. Sonst könnte jemand zurecht kritisieren, dass bei sieben monatlichen Sparraten eine theoretische Einmalanlage aller sieben Raten am ersten Tag gar nicht möglich gewesen wäre.

Bedeutet Cost Average automatisch eine höhere Rendite?

Nein. Ein niedrigerer durchschnittlicher Einstand bedeutet nicht automatisch, dass eine gestaffelte Anlage langfristig besser abschneidet.

Steigen die Kurse nach dem ersten Einstieg dauerhaft, kann eine frühere Einmalanlage vorteilhafter sein, weil das Kapital von Beginn an vollständig investiert war. Der Cost-Average-Effekt beschreibt zunächst nur, wie sich mehrere Käufe zu unterschiedlichen Kursen auf den durchschnittlichen Einstand auswirken.

Der Rechner ist deshalb als Szenario- und Lernwerkzeug gedacht und nicht als Prognose für zukünftige Kursentwicklungen.

Welche Faktoren berücksichtigt der Rechner nicht?

Die Berechnung konzentriert sich bewusst auf Investitionsbeträge, Kaufkurse, erworbene Stücke, durchschnittlichen Einstand und hypothetische Kursentwicklungen.

Nicht berücksichtigt werden unter anderem Transaktionskosten, Steuern, Ausschüttungen oder Dividenden, Wechselkurse sowie mögliche Spreads. In der Praxis können diese Faktoren dazu führen, dass der tatsächliche Break-even geringfügig vom berechneten durchschnittlichen Einstand abweicht.


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Mehr zum Cost-Average-Effekt

Wenn Sie zunächst verstehen möchten, warum sich der durchschnittliche Einstand bei mehreren Käufen verändert und welche Vor- und Nachteile diese Vorgehensweise haben kann, lesen Sie auch unseren ausführlichen Artikel zum Cost-Average-Effekt.

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