Veröffentlicht: 27. März 2026 · Zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2026 Autor: Sebastian Fiedler
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.
Was sind Futures? Terminkontrakte einfach erklärt
Was sind Futures? Futures sind standardisierte Terminkontrakte, die an Terminbörsen gehandelt werden. Sie verpflichten die Vertragsparteien, einen bestimmten Basiswert zu festgelegten Bedingungen zu einem zukünftigen Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen. Der Basiswert kann beispielsweise ein Aktienindex, ein Rohstoff oder eine Währung sein. Viele Futures-Positionen werden bereits vor ihrer Fälligkeit geschlossen.
Einfach erklärt: Mit einem Future können Marktteilnehmer auf zukünftige Preisbewegungen setzen oder bestehende Preisrisiken absichern, ohne den gesamten Kontraktwert unmittelbar bezahlen zu müssen. Dafür wird eine Sicherheitsleistung (Margin) hinterlegt. Durch die Hebelwirkung können Gewinne und Verluste im Verhältnis zur Margin erheblich ausfallen.
Futures sind komplexe derivative Finanzinstrumente und nicht für jeden Anleger geeignet. Die CFTC weist ausdrücklich darauf hin, dass Futures-Handel komplex, hoch gehebelt und risikoreich sein kann.
Viele Anleger und Trader stoßen früher oder später auf den Begriff Futures. Oft ist grob bekannt, dass es sich um gehebelte Terminkontrakte handelt. Weniger klar ist aber, was ein Future genau ist, wie er funktioniert und warum Futures strukturell anders aufgebaut sind als etwa Aktien, ETFs oder OTC-Produkte wie CFDs.
Ein Future ist kein „normaler Börsenkauf“, sondern ein standardisierter Terminkontrakt, der an einer Terminbörse gehandelt wird. Er bezieht sich auf einen bestimmten Basiswert, etwa einen Aktienindex, eine Anleihe, einen Rohstoff oder eine Währung, und legt standardisierte Bedingungen wie Kontraktgröße und Fälligkeit fest. Die CFTC beschreibt einen Futures-Kontrakt als eine Vereinbarung, einen bestimmten Basiswert zu einem zukünftigen Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen; Preis und Menge werden beim Abschluss des Kontrakts festgelegt.Daher werden Futures auch als unbedingte Termingeschäfte bezeichnet. Optionen dagegen als bedingte Termingeschäfte. Oft werden jedoch Futures-Kontrakte vor dem Liefertermin wieder geschlossen, statt tatsächlich physisch erfüllt zu werden.
Video: Was sind Futures und wie funktioniert der Handel mit Terminkontrakten?
Du erfährst unter anderem, wie Futures aufgebaut sind, welche Rolle Basiswert, Kontraktgröße, Tickwert und Fälligkeit spielen und warum beim Handel nur ein Teil des Kontraktwerts als Margin hinterlegt wird. Außerdem erklären wir die Hebelwirkung, Long- und Short-Positionen, Clearing und Mark-to-Market sowie typische Einsatzmöglichkeiten von Futures.
Wie funktioniert ein Future? Einfaches Beispiel
Ein Future ist ein standardisierter Vertrag über den Kauf oder Verkauf eines Basiswerts zu festgelegten Bedingungen an einem späteren Zeitpunkt. Je nach Produkt erfolgt die Erfüllung am Ende durch physische Lieferung oder durch Barausgleich. Die CFTC weist darauf hin, dass manche Futures auf tatsächliche Lieferung ausgerichtet sind, während andere eine Barausgleichslogik haben; außerdem werden viele Positionen schon vor Fälligkeit glattgestellt.
Wichtig ist:
Wenn Trader im Alltag von Futures sprechen, meinen sie meist börsengehandelte, standardisierte Derivate, nicht individuell ausgehandelte Termingeschäfte. Genau diese Standardisierung unterscheidet Futures von vielen außerbörslichen Produkten.
Futures-Kontrakt: Kontraktgröße, Tickwert und Fälligkeit
Ein Future ist kein frei gestaltbarer Vertrag. Die wichtigsten Vertragsbestandteile sind von der Börse vorgegeben. Dazu gehören typischerweise:
- der Basiswert
- die Kontraktgröße
- die Tickgröße
- die Fälligkeit
- die Handelszeiten
- die Abwicklungslogik
Eurex beschreibt beispielsweise, dass ein Futures-Kontrakt eindeutig über Produkt, Verfallsmonat und Verfallsjahr definiert ist. Zudem zeigen Eurex-Produktunterlagen, dass Futures feste Kontraktgrößen und Tickgrößen haben.
Das bedeutet für Trader:
Man handelt bei Futures nicht irgendeine beliebige Stückzahl wie bei vielen CFDs, sondern immer einen klar definierten Kontrakt mit festen Spezifikationen.
Wie funktioniert der Handel mit Futures?
Wenn Sie einen Future kaufen oder verkaufen, handeln Sie nicht direkt den zugrunde liegenden Basiswert, sondern den standardisierten Kontrakt auf diesen Basiswert. Sie können dabei sowohl auf steigende Kurse (Long) als auch auf fallende Kurse (Short) setzen.
Der Handel läuft in der Regel über eine Terminbörse mit zentralem Orderbuch. Das ist ein zentraler Unterschied zu OTC-Produkten. Preise entstehen dort durch Angebot und Nachfrage im Börsenhandel, nicht innerhalb einer brokerinternen OTC-Preislogik. CME beschreibt Futures als einen direkten und transparenten Weg, an Marktbewegungen teilzunehmen.
In der Praxis schließen viele Trader ihre Position vor der Fälligkeit wieder. Sie halten also nicht bis zur letzten Erfüllung des Kontrakts, sondern realisieren Gewinne oder Verluste schon vorher. Auch das ist im Futures-Handel der Normalfall.
Futures-Margin und Hebel: Wie funktioniert die Sicherheitsleistung?
Futures sind gehebelte Instrumente. Um eine Position zu eröffnen, müssen Sie in der Regel nicht den gesamten Nominalwert des Kontrakts bezahlen, sondern eine Margin hinterlegen. Bei CME wird Margin als „performance bond“ beschrieben, also als Sicherheitsleistung für potenzielle Verluste. CME Clearing erhebt Initial Margin und bewertet offene Positionen laufend neu.
Wann wird die Margin neu berechnet?
Bei Futures gibt es hinsichtlich der beanspruchten Margin eine Besonderheit im Gegensatz zu CFDs. Für Gewöhnlich wirdzwischen einer intraday Margin und einer sogenannten Overnight Margin unterschieden. Die Intraday Margin ist dabei regelmäßig niedriger als die vom Broker verlangte Overnight Margin. Die Overnight Margin kann dabei etwa um das 20-Fache höher sein, als die Intra-Day Margin.
Mindestens wird die Overnight Margin in einem zeitlichen Korridor rund um den täglichen Futures Börsenschluss zwischen 22 Uhr und 0:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit abverlangt. Also in der Zeitspanne, in der der Futureshandel werktäglich eine Pause macht. Ab 0:00 Uhr in der Nacht öffnen die Futures Märkte wieder abseits des Kassa Handels, beispielsweise des US Kassa Handels, der erst wieder um 15:30 Uhr MEZ öffnet.
Die Anpassung der Sicherheitsleistung erfolgt unter anderem aus Gründen des Risikomanagements. Jedoch gibt es Broker, bei denen die Overnight Margin nicht zwingend die ganze Nacht über verlangt wird. Mehr lesen Sie im Artikel Futures Broker im Zusammenhang mit dem Broker AvaFutures.
Wichtig dabei:
Die Margin ist keine Anzahlung auf den Basiswert und macht Sie nicht zum Eigentümer des zugrunde liegenden Vermögenswerts. CME erklärt ausdrücklich, dass Margin im Futures-Handel der Betrag ist, den Sie beim Broker hinterlegen und verfügbar halten müssen, nicht aber eine Eigentumszahlung auf den Basiswert.
Genau dadurch entsteht der Hebel: Schon kleine Marktbewegungen können gemessen an der eingesetzten Margin zu relativ großen Gewinnen oder Verlusten führen. Die CFTC warnt deshalb ausdrücklich vor der Hebelwirkung, Margin Calls und dem Risiko schneller Verluste.
Was ist das Clearinghaus und warum ist es wichtig?
Ein zentrales Merkmal von Futures ist die Clearing-Struktur. Zwischen den Marktparteien steht in der Regel ein Clearinghaus. Dieses übernimmt zentrale Aufgaben bei Besicherung, Bewertung und Abwicklung offener Positionen.
CME Clearing erklärt, dass es Initial Margin erhebt und offene Positionen regelmäßig mark-to-market bewertet, damit sich Verpflichtungen nicht unkontrolliert aufbauen. In einer CME-Unterlage zu Clearing und Risikomanagement wird außerdem beschrieben, dass Futures-Positionen laufend neu bewertet werden, um Risiken zu begrenzen.
Für Trader ist das wichtig, weil Futures dadurch strukturell anders organisiert sind als viele OTC-Produkte. Das bedeutet nicht, dass Futures risikolos wären, aber die Marktarchitektur ist transparenter und institutionell stärker standardisiert.
Wofür werden Futures genutzt?
Futures werden grundsätzlich für mehrere Zwecke eingesetzt:
- Absicherung (Hedging)
- Spekulation auf Kursbewegungen
- Portfoliosteuerung und taktische Positionierung
- Arbitrage- und Relative-Value-Strategien
Ein Rohstoffproduzent kann Futures zur Preisabsicherung nutzen. Ein Fonds kann mit Indexfutures Aktienmarktexposure steuern. Ein Trader kann kurzfristig auf Kursbewegungen in Indizes, Zinsen, Währungen oder Rohstoffen setzen.
Das macht Futures zu einem vielseitigen Instrument. Gleichzeitig gilt: Die Vielseitigkeit ändert nichts daran, dass Futures komplex und für unerfahrene Anleger oft schwer zu beherrschen sind. Die CFTC betont genau diese Kombination aus Nutzen und Risiko.
Welche Arten von Futures gibt es?
Futures gibt es auf viele unterschiedliche Basiswerte. Typische Gruppen sind:
- Indexfutures
- Rohstofffutures
- Währungsfutures
- Zins- und Anleihefutures
CME und Eurex bieten Futures über verschiedene Assetklassen hinweg an, darunter Aktienindizes, Rohstoffe, Währungen und Zinsprodukte. Eurex-Unterlagen zu Index- und Zinsderivaten zeigen beispielhaft, wie breit die Produktpalette standardisierter Futures ist.
Gerade für Privatanleger sind häufig Indexfutures oder Micro-Futures besonders interessant, weil sie leichter verständlich und teilweise kleiner dimensioniert sind als klassische Großkontrakte.
Welche Risiken haben Futures?
Futures sind kein einfaches Einsteigerprodukt. Zu den wichtigsten Risiken gehören:
- Hebelwirkung
- hohe Volatilität
- Margin Calls
- Verluste, die schnell größer werden können
- Fälligkeit und Rollproblematik
- Komplexität der Kontraktspezifikationen
Die CFTC warnt ausdrücklich davor, dass die Kombination aus Margin und befristeten Kontrakten Gewinne wie Verluste stark verstärken kann. CME betont ebenfalls, dass Hebel im Futures-Handel über Margin entsteht.
Deshalb reicht es nicht, nur die Richtung des Marktes richtig zu erraten. Wer Futures handelt, muss auch Kontraktgröße, Tickwert, Margin, Fälligkeit und Positionsrisiko verstehen.
Wie unterscheiden sich Futures von CFDs?
Futures und CFDs werden oft in einem Atemzug genannt, weil beide Hebelprodukte sind. Trotzdem unterscheiden sie sich strukturell deutlich.
Futures sind in der Regel:
- börsengehandelt
- standardisiert
- zentral gecleart
- mit festen Kontraktgrößen und Fälligkeiten
CFDs sind typischerweise:
- OTC-Produkte
- flexibler stückelbar
- ohne feste Fälligkeit
- innerhalb der Gegenparteistruktur des Anbieters gehandelt
Genau deshalb ist ein Future nicht einfach „ein CFD an der Börse“, sondern ein eigenes Produkt mit anderer Marktarchitektur, anderer Kostenlogik und anderer Handelsmechanik.
Video: Futures vs. CFDs handeln - Unterschiede einfach erklärt – Margin Kosten und Risiken
In diesem animierten Erklärvideo von day-trading-ratgeber.de vergleichen wir den börsengehandelten Futures-Handel mit dem außerbörslichen CFD-Handel.
Für wen sind Futures geeignet?
Futures können für Trader interessant sein, die:
- Marktmechanik und Hebel gut verstehen
- mit standardisierten Kontraktgrößen umgehen können
- Kontraktlaufzeiten und Rollprozesse verstehen
- eine strukturierte Risiko- und Marginsteuerung beherrschen
Weniger geeignet sind Futures oft für Anleger, die lediglich „ein bisschen mit Hebel handeln“ wollen, ohne sich intensiv mit Kontraktspezifikationen, Risiko und Margin auseinanderzusetzen.
Wo kann man Futures handeln?
Wer selbst Futures handeln möchte, benötigt ein Handelskonto bei einem Broker, der Zugang zu entsprechenden Terminbörsen und Futures-Kontrakten ermöglicht. Die Anbieter unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich Handelsplattformen, Gebühren, Margin-Anforderungen und verfügbarer Kontraktgrößen.
Ein Beispiel ist AvaFutures, ein Angebot der international regulierten AvaTrade-Gruppe. Der Broker ermöglicht den Handel mit börsengehandelten Futures, darunter auch kleineren Micro-Futures.
Eine Besonderheit ist die Kombination aus Futures-Handel über MetaTrader 5 (MT5) und deutschsprachigem Kundenservice, die bei spezialisierten Futures-Brokern nicht selbstverständlich ist.
Vor einer Kontoeröffnung sollten Trader die Handelsbedingungen und Risiken sorgfältig prüfen, insbesondere die Hebelwirkung und mögliche Verluste über das eingesetzte Kapital hinaus.
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Risikohinweis: *Futures sind komplexe, gehebelte Finanzinstrumente mit hohem Verlustrisiko. Verluste können die eingezahlten Mittel übersteigen. Keine Anlageempfehlung.
Fazit
Futures sind standardisierte, börsengehandelte Terminkontrakte auf einen Basiswert wie Indizes, Rohstoffe, Währungen oder Zinsen. Sie unterscheiden sich von OTC-Produkten wie CFDs vor allem durch ihre Standardisierung, ihre Clearing-Struktur und ihre feste Kontraktlogik. Preisbildung, Margin und Abwicklung folgen dabei klaren Regeln des Terminmarkts.
Für Trader und Anleger ist vor allem wichtig: Futures bieten Transparenz, Hebel und professionelle Marktinfrastruktur, sind aber zugleich komplex, risikoreich und nicht selbsterklärend. Wer Futures verstehen will, sollte deshalb nicht nur auf die Handelschance schauen, sondern auch auf Kontraktgröße, Margin, Fälligkeit und Risiko.
Wenn Sie die Unterschiede zwischen Futures und OTC-Produkten besser verstehen möchten, lesen Sie auch unseren Artikel zu Futures vs. CFDs sowie die vertiefende Erklärung dazu, wie Futures-Broker Geld verdienen.