Veröffentlicht: 07. Juni 2026 · Zuletzt aktualisiert: 07. Juni 2026
Autor: S. Fiedler 
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.

Rentenlücke schließen: Wie ETF-Sparplan, Anleihen und Dividenden helfen können

Viele Menschen wissen, dass die gesetzliche Rente später wahrscheinlich nicht ausreichen wird, um den bisherigen Lebensstandard vollständig zu halten. Trotzdem bleibt das Thema private Altersvorsorge oft abstrakt.

Die entscheidende Frage lautet:

Wie kann ich meine Rentenlücke schließen oder zumindest verringern?

Eine vollständige Antwort hängt von Einkommen, Ausgaben, gesetzlicher Rente, Vermögen, Wohnsituation, Familienstand, Steuern, Inflation und persönlicher Risikobereitschaft ab. Trotzdem lässt sich das Thema gut strukturieren.

Neben gesetzlicher Rente, betrieblicher Altersvorsorge und privaten Versicherungen können auch Wertpapiere eine Rolle spielen. Besonders häufig genutzt werden ETF-Sparpläne, Aktien, Anleihen, Geldmarktanlagen und Dividendenstrategien.

Wichtig ist aber: Kapitalmarktanlagen können helfen, Vermögen aufzubauen. Sie ersetzen keine Garantie-Rente. Kurse können schwanken, Dividenden können gekürzt werden und Anleihen tragen Zins- und Bonitätsrisiken.

Was bedeutet Rentenlücke?

Die Rentenlücke beschreibt vereinfacht die Differenz zwischen dem Geld, das Sie im Ruhestand monatlich benötigen, und dem Geld, das Ihnen tatsächlich zur Verfügung steht.

Eine einfache Formel lautet:

Rentenlücke = gewünschtes monatliches Einkommen im Ruhestand − erwartete monatliche Einnahmen im Ruhestand

Zu den erwarteten Einnahmen können gehören:

  • gesetzliche Rente,
  • betriebliche Altersvorsorge,
  • private Rentenversicherungen,
  • Mieteinnahmen,
  • Kapitalerträge,
  • Entnahmen aus Wertpapierdepots,
  • Nebenverdienste,
  • sonstige Einkünfte.

Zu den Ausgaben im Ruhestand gehören unter anderem:

  • Wohnen,
  • Lebensmittel,
  • Versicherungen,
  • Gesundheit,
  • Mobilität,
  • Freizeit,
  • Rücklagen,
  • Steuern,
  • Kranken- und Pflegeversicherung,
  • Unterstützung von Angehörigen,
  • unerwartete Ausgaben.

Die Rentenlücke ist also keine feste Zahl, die für alle gleich ist. Sie ist individuell.

Warum die Renteninformation nur ein Ausgangspunkt ist

Ein guter erster Schritt ist die Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung. Sie zeigt, welche Ansprüche bisher erworben wurden und welche Rentenhöhe unter bestimmten Annahmen möglich sein könnte.

Diese Werte sollten aber nicht isoliert betrachtet werden.

Wichtig sind vor allem drei Punkte:

  • Erstens handelt es sich bei den Angaben zur späteren Rente häufig um Bruttowerte. Steuern sowie Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge können die tatsächliche Netto-Rente verringern.
  • Zweitens wirkt Inflation über lange Zeiträume stark. Eine heutige Monatsrente von 1.800 Euro ist nicht dasselbe wie 1.800 Euro Kaufkraft in 20 oder 30 Jahren.
  • Drittens können sich Erwerbsbiografie, Einkommen, Teilzeitphasen, Arbeitslosigkeit, Selbstständigkeit oder gesetzliche Rahmenbedingungen auf die spätere Rente auswirken.

Deshalb ist die Renteninformation ein wichtiger Startpunkt, aber keine vollständige Ruhestandsplanung.

Rentenlücke grob berechnen

Eine grobe Rentenlückenrechnung muss nicht kompliziert sein.

Beispiel:

Sie möchten im Ruhestand monatlich 2.500 Euro netto zur Verfügung haben.

Ihre erwarteten Einnahmen betragen:

  • gesetzliche Rente netto geschätzt: 1.600 Euro,
  • betriebliche Altersvorsorge netto geschätzt: 200 Euro.

Dann fehlen:

2.500 Euro − 1.800 Euro = 700 Euro monatliche Rentenlücke

Diese 700 Euro müssten aus anderen Quellen kommen, zum Beispiel aus zusätzlichem Vermögen, Kapitalerträgen, Entnahmen, Dividenden, Mieteinnahmen oder einer privater- oder betrieblicher Vorsorge.

Wichtig: Das Beispiel ist stark vereinfacht. In der Praxis sollten Steuern, Inflation, Krankenversicherung, persönliche Ausgaben und Sicherheitsreserven berücksichtigt werden.

Warum frühes Sparen so wichtig ist

Je früher Sie mit dem Vermögensaufbau beginnen, desto stärker kann der Zinseszinseffekt wirken.

Der Zinseszinseffekt bedeutet: Erträge können selbst wieder Erträge erwirtschaften. Bei ETFs, Aktien oder Fonds geschieht das beispielsweise durch Kurssteigerungen, Wiederanlage von Dividenden oder thesaurierende Fondsstrukturen.

Ein einfacher Vergleich zeigt den Unterschied:

Wer 30 Jahre lang monatlich 200 Euro investiert, zahlt insgesamt 72.000 Euro ein.

Wer nur 15 Jahre lang monatlich 200 Euro investiert, zahlt insgesamt 36.000 Euro ein.

Der Unterschied liegt aber nicht nur in den Einzahlungen. Entscheidend ist, dass das früher investierte Kapital länger arbeiten kann. Je länger der Zeitraum, desto wichtiger wird die Wirkung von Rendite und Wiederanlage.

Deshalb ist der wichtigste praktische Schritt oft nicht der perfekte Einstieg, sondern der frühe und regelmäßige Beginn.

➡️ näheres hierzu in unserem 200 Euro Sparplan Beispiel

ETF-Sparplan als Baustein gegen die Rentenlücke

Ein ETF-Sparplan kann ein sinnvoller Baustein für den langfristigen Vermögensaufbau sein. Dabei wird regelmäßig ein fester Betrag in einen ETF investiert, zum Beispiel monatlich.

Der Vorteil liegt in der Einfachheit:

Sie wählen einen ETF, legen eine Sparrate fest und investieren regelmäßig. Über viele Jahre kann daraus ein wachsendes Depot entstehen.

Besonders häufig werden breit gestreute Aktien-ETFs genutzt, zum Beispiel Welt-ETFs. Diese investieren in viele Unternehmen und Länder. Dadurch ist das Einzelwertrisiko geringer als bei einzelnen Aktien.

Mögliche Vorteile eines ETF-Sparplans:

  • regelmäßiger Vermögensaufbau,
  • breite Streuung,
  • vergleichsweise einfache Umsetzung,
  • oft niedrige laufende Kosten,
  • flexible Sparraten,
  • langfristiger Zinseszinseffekt,
  • gute Kombinierbarkeit mit anderen Bausteinen.

Risiken bleiben trotzdem bestehen. Aktien-ETFs können deutlich schwanken. In Krisen können auch breit gestreute ETFs vorübergehend stark fallen. Wer kurz vor dem Ruhestand steht, sollte daher nicht das gesamte Vorsorgevermögen einseitig in schwankungsreiche Anlagen legen.

Beispiel: Wie ein ETF-Sparplan helfen kann

Angenommen, Sie investieren über viele Jahre monatlich 250 Euro in einen breit gestreuten ETF. Die tatsächliche Rendite kennt niemand im Voraus. Sie hängt von Marktphase, Kosten, Anlagezeitraum und Entwicklung der Kapitalmärkte ab.

Trotzdem zeigt eine Szenariobetrachtung, warum regelmäßiges Investieren relevant sein kann.

Bei langen Laufzeiten kann schon eine moderate durchschnittliche Rendite dazu führen, dass das Endvermögen deutlich über der Summe der Einzahlungen liegt. Je länger der Zeitraum, desto stärker kann der Zinseszinseffekt wirken.

Ein ETF-Sparplan ist also kein Garant für eine geschlossene Rentenlücke. Er kann aber ein strukturierter Weg sein, langfristig Kapital aufzubauen.

Praktisch sinnvoll ist, nicht nur die Sparrate festzulegen, sondern auch regelmäßig zu prüfen:

  • Passt die ETF-Auswahl noch?
  • Ist die Sparrate realistisch?
  • Hat sich das Einkommen verändert?
  • Muss die Aktienquote angepasst werden?
  • Gibt es ausreichend Rücklagen außerhalb des Depots?
  • Wie lang ist der verbleibende Anlagehorizont?

Anleihen und Geldmarktanlagen als defensiver Baustein

Nicht jeder Teil der Altersvorsorge muss in Aktien oder Aktien-ETFs investiert sein. Je näher der Ruhestand rückt, desto wichtiger wird für viele Anleger die Stabilität des Portfolios.

Hier können Anleihen, Anleihen-ETFs, Geldmarkt-ETFs, Tagesgeld oder kurzfristige Zinsanlagen eine Rolle spielen.

Anleihen sind Schuldverschreibungen. Anleger leihen einem Staat oder Unternehmen Geld und erhalten dafür Zinsen. Am Ende der Laufzeit wird der Nennwert zurückgezahlt, sofern der Emittent zahlungsfähig bleibt.

Mögliche Funktionen von Anleihen im Ruhestandsaufbau:

  • geringere Schwankung als reine Aktienquote,
  • planbare Zinszahlungen bei Einzelanleihen,
  • defensive Beimischung im Portfolio,
  • Laufzeitensteuerung,
  • Liquiditätsbaustein für spätere Entnahmen.

Aber auch Anleihen sind nicht risikofrei. Es gibt Zinsänderungsrisiko, Bonitätsrisiko, Liquiditätsrisiko, Währungsrisiko und bei Anleihen-ETFs Kursschwankungen.

Geldmarktnahe Anlagen können für kurzfristige Liquidität sinnvoll sein. Sie ersetzen aber langfristig nicht zwingend renditestärkere Bausteine, weil Sicherheit und Rendite meist in einem Spannungsverhältnis stehen.

Dividenden als möglicher Zusatz-Cashflow

Dividenden können für Anleger im Ruhestand interessant sein, weil sie regelmäßige Ausschüttungen aus dem Depot ermöglichen können.

Eine Dividendenstrategie sollte aber nicht mit einer garantierten Rente verwechselt werden. Unternehmen können Dividenden erhöhen, konstant halten, senken oder streichen.

Trotzdem kann der Gedanke hilfreich sein: Wer über Jahre Kapital aufbaut, kann später einen Teil der Erträge als Zusatz-Cashflow nutzen.

Beispiel:

Ein Depot hat einen Wert von 100.000 Euro. Die durchschnittliche Brutto-Dividendenrendite beträgt 3 % pro Jahr.

Dann ergeben sich rechnerisch:

100.000 Euro × 3 % = 3.000 Euro brutto pro Jahr

Das entspricht:

3.000 Euro / 12 = 250 Euro brutto pro Monat

Bei 200.000 Euro Depotwert wären es bei gleicher Brutto-Dividendenrendite rechnerisch 6.000 Euro brutto pro Jahr, also 500 Euro brutto pro Monat.

Wichtig: Das sind keine garantierten Beträge. Steuern, Kursverluste, Dividendenkürzungen, Währungsrisiken und Veränderungen im Portfolio müssen berücksichtigt werden.

Der Nutzen dieses Beispiels liegt nicht darin, eine sichere Zusatzrente zu versprechen. Es zeigt nur, wie Kapitalerträge später zur Verringerung einer Rentenlücke beitragen könnten.

Wie viel Kapital wäre für 100, 250 oder 500 Euro monatlich nötig?

Viele Anleger denken beim Ruhestand in monatlichen Beträgen. Deshalb kann eine einfache Kapitalrechnung helfen.

Angenommen, ein Depot erzielt rechnerisch 3 % Brutto-Ertrag pro Jahr. Dann wäre für bestimmte monatliche Brutto-Erträge ungefähr folgendes Kapital nötig:

Monatlicher Brutto-Ertrag Jährlicher Brutto-Ertrag Benötigtes Kapital bei 3 %
100 Euro 1.200 Euro 40.000 Euro
250 Euro 3.000 Euro 100.000 Euro
500 Euro 6.000 Euro 200.000 Euro
1.000 Euro 12.000 Euro 400.000 Euro

Diese Tabelle ist bewusst vereinfacht. Sie berücksichtigt keine Steuern, keine Inflation, keine Kursschwankungen, keine Produktkosten und keine Dividendenkürzungen.

Trotzdem macht sie einen wichtigen Punkt deutlich:

Auch kleinere Zusatzbeträge im Ruhestand benötigen Kapital. Wer später 250 oder 500 Euro monatlich aus Kapitalerträgen erzielen möchte, muss über Jahre Vermögen aufbauen.

Entnahmeplan statt nur Dividenden

Eine Rentenlücke muss nicht nur durch Dividenden geschlossen werden. Eine andere Möglichkeit ist ein Entnahmeplan.

Dabei wird im Ruhestand regelmäßig ein Betrag aus dem Depot entnommen. Diese Entnahme kann aus Ausschüttungen, Verkäufen oder einer Kombination bestehen.

Der Vorteil: Anleger sind nicht nur auf Dividendenaktien angewiesen. Sie können ein breit gestreutes Portfolio nutzen und bei Bedarf Anteile verkaufen.

Der Nachteil: Entnahmen aus schwankenden Portfolios müssen sorgfältig geplant werden. Wer in einer starken Börsenkrise zu viel verkaufen muss, kann das Depot stärker belasten.

Deshalb ist im Ruhestand eine durchdachte Struktur wichtig. Ein möglicher Ansatz besteht darin, kurzfristig benötigtes Geld defensiver zu halten und langfristiges Kapital weiterhin renditeorientiert zu investieren.

Kombination aus ETF, Anleihen und Dividenden

Eine realistische Strategie zur Verringerung der Rentenlücke besteht oft nicht aus einem einzigen Produkt. Häufig ist eine Kombination sinnvoll.

Ein mögliches Grundmodell:

ETF-Sparplan: langfristiger Vermögensaufbau
Anleihen oder Geldmarktanlagen: Stabilität und planbarere Erträge
Dividendenaktien oder ausschüttende ETFs: möglicher Cashflow
Tagesgeldreserve: Liquidität für kurzfristige Ausgaben
Rechner und regelmäßige Kontrolle: Anpassung an Einkommen, Alter und Ziele

Die genaue Gewichtung hängt stark vom Alter und Risikoprofil ab.

Ein jüngerer Anleger kann häufig höhere Schwankungen tragen, wenn der Anlagehorizont lang genug ist. Kurz vor dem Ruhestand wird die Frage wichtiger, wie viel Kapital kurzfristig sicher verfügbar sein soll.

Beispiel für eine einfache Struktur

Ein Anleger möchte seine Rentenlücke langfristig verringern und hat noch 25 Jahre bis zum Ruhestand.

Eine mögliche Struktur könnte sein:

  • monatlicher ETF-Sparplan für langfristiges Wachstum,
  • Tagesgeldreserve für Notfälle,
  • später schrittweiser Aufbau von Anleihen oder Geldmarktanlagen,
  • Dividenden nicht entnehmen, sondern zunächst wieder anlegen,
  • regelmäßige Prüfung der Sparrate und Asset-Allokation.

Kurz vor dem Ruhestand könnte sich die Struktur ändern:

  • weniger einseitige Aktienquote,
  • mehr Liquidität für die ersten Ruhestandsjahre,
  • Anleihen oder geldmarktnahe Bausteine für planbarere Entnahmen,
  • Dividenden und Ausschüttungen als Teil des Cashflows,
  • Verkäufe aus dem Depot nur nach Plan.

Dieses Beispiel ist keine Empfehlung für eine bestimmte Aufteilung. Es zeigt nur, wie unterschiedliche Bausteine zusammenspielen können.

Steuern, Inflation und Netto-Betrachtung

Bei der Rentenlücke kommt es nicht nur auf Bruttobeträge an. Entscheidend ist, was nach Steuern, Abgaben und Inflation übrig bleibt.

Kapitalerträge können steuerpflichtig sein. Dazu gehören Dividenden, realisierte Kursgewinne, Zinsen und bestimmte Fondserträge. Je nach Depotbank, Produkt und persönlicher Situation kann die steuerliche Behandlung unterschiedlich wirken.

Auch Inflation ist wichtig. Wenn Preise über viele Jahre steigen, verliert ein fixer Geldbetrag an Kaufkraft. Ein heutiger Bedarf von 2.500 Euro monatlich kann in 20 Jahren deutlich höher liegen, wenn die Lebenshaltungskosten steigen.

Deshalb sollten Sie Ihre Planung nicht nur auf heutige Zahlen stützen. Sinnvoll ist es, regelmäßig neu zu rechnen und die Sparrate anzupassen, wenn Einkommen, Ausgaben oder Marktbedingungen sich verändern.

Typische Fehler beim Schließen der Rentenlücke

Ein häufiger Fehler ist, das Thema zu spät anzugehen. Je kürzer der Zeitraum bis zum Ruhestand, desto höher müsste die Sparrate sein, um noch größere Lücken zu schließen.

Ein zweiter Fehler ist eine zu geringe Risikostreuung. Wer nur auf einzelne Aktien, einzelne Dividendenwerte oder einzelne Themen setzt, trägt ein höheres Klumpenrisiko.

Ein dritter Fehler ist, Dividenden mit sicherem Einkommen zu verwechseln. Dividenden können hilfreich sein, sind aber keine Garantie.

Ein vierter Fehler ist, die Inflation zu unterschätzen. Gerade bei langen Zeiträumen kann Kaufkraftverlust erheblich sein.

Ein fünfter Fehler ist eine zu aggressive Strategie kurz vor dem Ruhestand. Wer kurz vor Rentenbeginn stark investiert bleibt und dann in einer Krise verkaufen muss, kann ungünstige Entnahmezeitpunkte erwischen.

Praktische Umsetzung: Vom Plan zum Depot

Wer die eigene Rentenlücke verringern möchte, kann schrittweise vorgehen.

Zunächst sollten Sie Ihre erwartete gesetzliche Rente und weitere Ansprüche erfassen. Danach können Sie Ihren gewünschten monatlichen Bedarf im Ruhestand schätzen.

Im nächsten Schritt geht es um die Lücke:

  • Wie viel fehlt monatlich?
  • Wie lange ist noch Zeit?
  • Welche Sparrate ist realistisch?
  • Welche Renditeannahmen sind vorsichtig genug?
  • Wie hoch darf das Risiko sein?
  • Welche Bausteine passen zur eigenen Situation?

Erst danach kommt die Produktauswahl.

Ein Depot, ein ETF-Sparplan oder ein Anleiheninvestment sollte nicht isoliert eröffnet werden. Es sollte zu einem Plan passen.

Praktische Hilfen können sein:

  • Sparplanrechner,
  • Zinseszinsrechner,
  • Rentenlückenrechnung,
  • Haushaltsbudget,
  • Depotübersicht,
  • regelmäßige Anpassung der Sparrate,
  • klare Trennung von Notgroschen und langfristigem Vermögen.

Wann ein Depot oder Zweitdepot sinnvoll sein kann

Für den langfristigen Vermögensaufbau benötigen Anleger in der Regel ein Wertpapierdepot. Darüber können ETFs, Aktien, Anleihen oder Fonds gekauft und gehalten werden.

Ein Depot sollte zu Ihrer Strategie passen.

Wichtige Kriterien sind:

  • ETF-Sparplanangebot,
  • Kosten,
  • Handelsplätze,
  • Anleihenhandel,
  • Aktiensparpläne,
  • Bedienung,
  • Steuerunterlagen,
  • Service,
  • langfristige Zuverlässigkeit.

Ein Zweitdepot kann sinnvoll sein, wenn verschiedene Zwecke getrennt werden sollen. Zum Beispiel ein Depot für langfristige ETF-Sparpläne und ein anderes Depot für Einzelaktien, Anleihen oder Trading.

Wichtig ist aber: Mehrere Depots sollten die Struktur verbessern, nicht verkomplizieren.

Fazit

Die Rentenlücke lässt sich nicht mit einem einzigen Produkt pauschal schließen. Sie entsteht aus der Differenz zwischen dem gewünschten Einkommen im Ruhestand und den tatsächlich verfügbaren Einnahmen.

ETF-Sparpläne können beim langfristigen Vermögensaufbau helfen. Anleihen und Geldmarktanlagen können Stabilität und planbarere Erträge ergänzen. Dividenden können später einen zusätzlichen Cashflow liefern, sind aber nicht garantiert.

Entscheidend ist ein realistischer Plan:

  • Rentenansprüche prüfen,
  • Bedarf im Ruhestand schätzen,
  • Rentenlücke grob berechnen,
  • Sparrate festlegen,
  • breit gestreut investieren,
  • Risiken beachten,
  • regelmäßig anpassen.

Der wichtigste Merksatz lautet:

Eine Rentenlücke wird nicht durch Hoffnung geschlossen, sondern durch rechtzeitige Planung, regelmäßigen Vermögensaufbau und eine passende Mischung aus Renditechancen, Sicherheit und Liquidität.

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FAQ

Was ist eine Rentenlücke?

Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen dem gewünschten monatlichen Einkommen im Ruhestand und den tatsächlichen Einnahmen, zum Beispiel aus gesetzlicher Rente, betrieblicher Altersvorsorge und privatem Vermögen.

Wie kann ich meine Rentenlücke berechnen?

Sie können zunächst Ihren gewünschten monatlichen Bedarf im Ruhestand schätzen und davon Ihre erwarteten Renten- und sonstigen Einnahmen abziehen. Die Differenz ist Ihre grobe Rentenlücke.

Kann ein ETF-Sparplan helfen, die Rentenlücke zu schließen?

Ein ETF-Sparplan kann beim langfristigen Vermögensaufbau helfen. Er bietet aber keine Garantie, weil Aktienmärkte schwanken und Verluste möglich sind.

Sind Dividenden eine sichere Zusatzrente?

Nein. Dividenden können einen Zusatz-Cashflow liefern, sind aber nicht garantiert. Unternehmen können Dividenden senken, aussetzen oder streichen.

Wie viel Kapital brauche ich für 250 Euro Zusatzrente im Monat?

Bei einer vereinfachten Brutto-Ertragsannahme von 3 % pro Jahr wären für 250 Euro brutto pro Monat etwa 100.000 Euro Kapital nötig. Steuern, Inflation und Schwankungen sind dabei nicht berücksichtigt.

Welche Rolle spielen Anleihen bei der Altersvorsorge?

Anleihen können als defensiver Baustein dienen und Zinsen liefern. Sie tragen aber Zinsänderungs-, Bonitäts-, Liquiditäts- und je nach Produkt auch Währungsrisiken.

Sollte man kurz vor der Rente noch stark in Aktien investieren?

Das hängt von Vermögen, Risikobereitschaft und Entnahmeplan ab. Je näher der Ruhestand rückt, desto wichtiger wird die Frage, wie viel Kapital kurzfristig sicher verfügbar sein sollte.

Was ist besser: ausschüttender ETF oder thesaurierender ETF?

Ausschüttende ETFs können regelmäßige Erträge liefern. Thesaurierende ETFs legen Erträge automatisch wieder an. Welche Variante besser passt, hängt von Anlagephase, Steuerfragen und gewünschtem Cashflow ab.

Reicht die gesetzliche Rente aus?

Das ist individuell unterschiedlich. Viele Menschen sollten prüfen, ob die erwartete gesetzliche Rente zum gewünschten Lebensstandard im Ruhestand passt.

Wann sollte man mit privater Altersvorsorge beginnen?

Je früher, desto besser kann der Zinseszinseffekt wirken. Auch kleine Sparraten können ein Anfang sein, wenn sie regelmäßig und langfristig investiert werden.