Veröffentlicht: 01. Juli 2026 · Zuletzt aktualisiert: 01. Juli 2026 Autor: S. Fiedler 
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung, Steuerberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.

S Broker Sofortorder oder Standardorder: Was ist der Unterschied?

Seit der neuen Preisstruktur des S Brokers ist eine Frage besonders wichtig geworden:

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen der günstigen Sofortorder und einer normalen Order mit individueller Handelsplatzwahl?

Die Frage ist berechtigt. Denn auf den ersten Blick klingt die Sofortorder sehr attraktiv: 0,95 Euro Orderprovision und kein zusätzliches Handelsplatzentgelt. Bei der Order mit individueller Handelsplatzwahl können dagegen deutlich höhere Kosten entstehen.

Der wichtigste Unterschied liegt aber nicht nur im Preis.

Bei der Sofortorder wählt der Anleger den Handelsplatz nicht selbst aus. Die Handelsplatzauswahl erfolgt über die Best Execution Policy des S Brokers.

Bei der Order mit individueller Handelsplatzwahl entscheidet der Anleger selbst, ob die Order zum Beispiel über Direkthandel, elektronische Handelssysteme, Xetra, eine deutsche Parkettbörse, eine US-Börse oder einen anderen Auslandsplatz laufen soll.

Kurz gesagt:

Sofortorder bedeutet günstiger, aber weniger Handelsplatzkontrolle. Individuelle Handelsplatzwahl bedeutet mehr Kontrolle, aber höhere Kosten.

Was ist die S Broker Sofortorder?

Die Sofortorder ist die günstige Standardvariante im neuen Preisverzeichnis des S Brokers.

Laut Preisstruktur gilt:

  • Orderprovision: 0,95 Euro,
  • Handelsplatzentgelt: entgeltfrei,
  • Handelsplatzauswahl über Best Execution Policy,
  • Limitsetzung, Orderänderung und Orderstreichung entgeltfrei.

Das bedeutet: Der Anleger gibt die Order über die Sofortorder-Funktion auf. Der S Broker wählt den Ausführungsplatz nach seinen Ausführungsgrundsätzen aus.

Für viele Anleger ist das bequem. Sie müssen nicht selbst zwischen mehreren Handelsplätzen vergleichen. Außerdem ist das Kostenmodell sehr einfach.

Wichtig ist aber: Die günstige 0,95-Euro-Kondition gilt nur, wenn die Order tatsächlich über die Sofortorder-Funktion ausgeführt wird.

Was ist die Order mit individueller Handelsplatzwahl?

Bei der Order mit individueller Handelsplatzwahl entscheidet der Anleger selbst, über welchen Handelsplatz die Order laufen soll.

Das kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn jemand bewusst über Xetra handeln möchte, einen bestimmten Direkthandelspartner bevorzugt oder eine US-Aktie direkt an einem US-Handelsplatz kaufen möchte.

Die Kosten sind aber höher.

Laut Preisstruktur gilt:

  • Orderprovision: 0,95 Euro plus 0,25 Prozent vom Orderwert,
  • mindestens 0,95 Euro,
  • maximal 54,99 Euro,
  • zusätzlich je nach Handelsplatz ein Handelsplatzentgelt.

Die Handelsplatzentgelte unterscheiden sich:

  • Direkthandel und elektronische Handelssysteme: entgeltfrei,
  • Xetra und deutsche Parkettbörsen: 2,45 Euro,
  • USA: 14,95 Euro,
  • sonstiges Ausland: 24,95 Euro.

Damit kann die individuelle Handelsplatzwahl bei mittleren und größeren Orders deutlich teurer sein als die Sofortorder.

Kostenvergleich: 1.000, 2.000, 5.000 und 10.000 Euro Orderwert

Die folgende Übersicht zeigt, wie stark sich die Kosten unterscheiden können. Berücksichtigt sind die Orderprovisionen und ausgewählte Handelsplatzentgelte. Mögliche fremde Spesen, Spreads, Währungsumrechnungskosten oder sonstige Kosten sind nicht enthalten.

Orderwert Sofortorder Individuelle Handelsplatzwahl Direkthandel / elektronische Systeme Individuelle Handelsplatzwahl Xetra / deutsche Parkettbörse Individuelle Handelsplatzwahl USA
1.000 Euro 0,95 Euro 3,45 Euro 5,90 Euro 18,40 Euro
2.000 Euro 0,95 Euro 5,95 Euro 8,40 Euro 20,90 Euro
5.000 Euro 0,95 Euro 13,45 Euro 15,90 Euro 28,40 Euro
10.000 Euro 0,95 Euro 25,95 Euro 28,40 Euro 40,90 Euro

Werte können sich ändern. Stand: 01.07.2026 - zzgl. marktübliche Spreads

Die Tabelle zeigt: Je größer die Order, desto stärker wirkt sich die prozentuale Komponente bei der individuellen Handelsplatzwahl aus.

Bei einer 10.000-Euro-Order kostet die Sofortorder weiterhin 0,95 Euro. Eine individuelle Order über Xetra oder eine deutsche Parkettbörse läge dagegen bei 28,40 Euro. Eine US-Order mit individueller Handelsplatzwahl käme in diesem Beispiel auf 40,90 Euro.

Das bedeutet aber nicht automatisch, dass die Sofortorder immer besser ist. Kosten sind nur ein Teil der Entscheidung.

Ist die Sofortorder eine Billigst-Order?

Viele Anleger fragen sich, ob die Sofortorder automatisch eine „Billigst“-Order ist.

Aus dem Preisverzeichnis ergibt sich vor allem: Die Sofortorder ist eine Order mit Handelsplatzauswahl über die Best Execution Policy. Sie ist also in erster Linie durch die automatische Handelsplatzauswahl gekennzeichnet.

Wichtig ist außerdem: Limitsetzung wird im Preisverzeichnis als entgeltfrei genannt. Anleger sollten deshalb in der konkreten Ordermaske prüfen, welche Order- und Limitmöglichkeiten bei der Sofortorder für das jeweilige Wertpapier verfügbar sind.

Grundsätzlich gilt:

Auch eine günstige Order sollte nicht blind ohne Blick auf den Kurs aufgegeben werden.

Gerade bei marktengen Wertpapieren, Nebenwerten, Anleihen, Zertifikaten oder US-Aktien außerhalb der US-Handelszeit kann ein Limit sinnvoll sein.

Mögliche Vorteile der Sofortorder

Die Sofortorder kann vor allem für einfache und liquide Wertpapierkäufe interessant sein.

Mögliche Vorteile:

  • sehr niedrige Orderprovision,
  • kein zusätzliches Handelsplatzentgelt,
  • einfache Kostenstruktur,
  • schnelle Orderaufgabe,
  • kein eigener Handelsplatzvergleich nötig,
  • interessant für Aktien, ETFs und liquide Standardwerte,
  • besonders attraktiv bei mittleren Ordergrößen.

Gerade bei Ordergrößen von 1.000, 2.000, 5.000 oder 10.000 Euro ist der Kostenvorteil gegenüber der individuellen Handelsplatzwahl deutlich sichtbar.

Mögliche Nachteile der Sofortorder

Der Hauptnachteil liegt in der geringeren Kontrolle.

Mögliche Nachteile:

  • der Anleger wählt den Handelsplatz nicht selbst,
  • keine gezielte Auswahl von Xetra, USA oder bestimmtem Börsenplatz,
  • Ausführung hängt von der Best-Execution-Logik ab,
  • Kursstellung sollte trotzdem geprüft werden,
  • bei marktengen Wertpapieren können Spreads wichtiger sein als die Ordergebühr,
  • nicht jede gewünschte Handelsstrategie passt zur Sofortorder.

Best Execution bedeutet nicht automatisch, dass der Anleger im Nachhinein immer den theoretisch besten Kurs aller denkbaren Handelsplätze erhält. Es bedeutet, dass die Order nach den Ausführungsgrundsätzen des Brokers behandelt wird.

Für viele Standardorders kann das ausreichend sein. Wer aber bewusst einen bestimmten Handelsplatz nutzen möchte, braucht die individuelle Handelsplatzwahl.

Wann kann die individuelle Handelsplatzwahl sinnvoll sein?

Die individuelle Handelsplatzwahl kann sinnvoll sein, wenn Anleger mehr Kontrolle möchten.

Typische Fälle:

  • gezielter Handel über Xetra,
  • bewusste Wahl eines bestimmten Direkthandelspartners,
  • Handel an einer US-Börse,
  • Handel an einem Auslandsplatz,
  • große Orders,
  • marktengere Wertpapiere,
  • besondere Liquiditäts- oder Spreadüberlegungen,
  • Anleihen oder spezielle Wertpapiere,
  • Vergleich mehrerer Handelsplätze vor der Order.

Bei sehr liquiden Standardwerten kann die Sofortorder oft ausreichen. Bei größeren oder spezielleren Orders kann es aber sinnvoll sein, den Handelsplatz bewusst auszuwählen.

Dann sollte man die höheren Kosten gegen mögliche Vorteile bei Spread, Liquidität und Ausführung abwägen.

Warum der Spread wichtiger sein kann als die Ordergebühr

Die Ordergebühr ist leicht sichtbar. Der Spread wird dagegen oft unterschätzt.

Der Spread ist die Differenz zwischen Kaufkurs und Verkaufskurs. Ein niedriger Orderpreis hilft wenig, wenn der Anleger zu einem deutlich ungünstigeren Kurs kauft.

Ein Beispiel:

Eine Sofortorder kostet nur 0,95 Euro. Wenn der Spread aber 0,5 Prozent schlechter ist als an einem anderen Handelsplatz, kann der tatsächliche Nachteil bei einer 10.000-Euro-Order deutlich größer sein als die eingesparte Ordergebühr.

Deshalb sollten Anleger vor der Order immer prüfen:

  • Wie hoch ist der Geldkurs?
  • Wie hoch ist der Briefkurs?
  • Wie groß ist der Spread?
  • Ist der Handelsplatz liquide?
  • Ist die Heimatbörse geöffnet?
  • Gibt es ein besseres Angebot an einem anderen Handelsplatz?

Besonders bei US-Aktien, Nebenwerten und Anleihen ist diese Prüfung wichtig.

Sofortorder bei US-Aktien: Vorsicht bei Handelszeit und Spread

Bei US-Aktien ist die Handelsplatzfrage besonders relevant.

Viele bekannte US-Aktien können auch über deutsche Handelsplätze gekauft werden. Das ist bequem, aber der Spread kann je nach Uhrzeit schwanken. Vormittags ist die US-Heimatbörse noch geschlossen. Dann basiert die deutsche Kursstellung stärker auf Indikationen, Futures, Wechselkursen und Market-Maker-Kalkulationen.

Wer eine US-Aktie direkt an einer US-Börse handeln möchte, nutzt beim S Broker die individuelle Handelsplatzwahl. Dann können jedoch zusätzliche Kosten für den USA-Handelsplatz entstehen.

Für Anleger bedeutet das:

  • kleine US-Aktienkäufe können über deutsche Handelsplätze bequem sein,
  • größere US-Orders sollten stärker auf Spread und Handelszeit geprüft werden,
  • direkte US-Börsenorders können mehr Kontrolle bieten,
  • die Kosten der individuellen Handelsplatzwahl müssen einbezogen werden.

Für wen reicht die Sofortorder?

Die Sofortorder kann gut passen, wenn:

  • Sie liquide Standardaktien handeln,
  • Sie ETFs kaufen,
  • Sie niedrige Orderkosten möchten,
  • Sie den Handelsplatz nicht selbst auswählen müssen,
  • Sie mit der Best-Execution-Auswahl zufrieden sind,
  • Sie vorher den angezeigten Kurs und Spread prüfen,
  • Sie keine spezielle Börse benötigen.

Für viele langfristige Anleger kann die Sofortorder daher eine einfache und günstige Lösung sein.

Für wen ist die individuelle Handelsplatzwahl besser?

Die individuelle Handelsplatzwahl kann besser passen, wenn:

  • Sie gezielt Xetra handeln möchten,
  • Sie eine US-Börse auswählen wollen,
  • Sie Handelsplätze vergleichen,
  • Sie größere Beträge investieren,
  • Sie marktengere Wertpapiere handeln,
  • Sie Anleihen oder spezielle Produkte kaufen,
  • Sie den Ausführungsplatz bewusst steuern möchten.

Hier ist der höhere Preis nicht automatisch ein Nachteil, wenn bessere Liquidität oder ein engerer Spread die Mehrkosten rechtfertigen.

Fazit

Die S Broker Sofortorder ist vor allem eine günstige und einfache Ordervariante. Sie kostet laut Preisstruktur 0,95 Euro und hat kein zusätzliches Handelsplatzentgelt. Der Anleger wählt dabei jedoch nicht selbst den Handelsplatz aus. Die Ausführung erfolgt nach der Best Execution Policy des Brokers.

Die Order mit individueller Handelsplatzwahl ist teurer, bietet dafür aber mehr Kontrolle. Anleger können gezielt Xetra, deutsche Börsen, US-Handelsplätze oder andere Handelsplätze auswählen. Bei mittleren Ordergrößen von 1.000 bis 10.000 Euro kann der Kostenunterschied deutlich sein.

Die wichtigste Erkenntnis lautet:

Die Sofortorder ist günstig, aber nicht automatisch in jeder Situation die beste Order. Entscheidend sind Orderwert, Spread, Liquidität, Handelszeit, Limit und gewünschter Handelsplatz.

Für liquide Standardwerte kann die Sofortorder sehr attraktiv sein. Für größere, speziellere oder ausländische Orders kann die individuelle Handelsplatzwahl sinnvoller sein, obwohl sie mehr kostet.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen S Broker Sofortorder und Standardorder?

Die Sofortorder kostet 0,95 Euro und nutzt die Handelsplatzauswahl über Best Execution. Mit der individuellen Handelsplatzwahl kann der Anleger den Handelsplatz selbst wählen, zahlt dafür aber höhere Kosten. Speziell für US-Aktien kann das Angebot von CapTrader* sinnvoll sein.

Kostet die S Broker Sofortorder wirklich nur 0,95 Euro?

Laut Preisstruktur kostet die Sofortorder 0,95 Euro Orderprovision. Das Handelsplatzentgelt ist entgeltfrei. Die Kondition gilt aber nur bei Nutzung der Sofortorder-Funktion.

Was kostet eine Order mit individueller Handelsplatzwahl?

Sie kostet 0,95 Euro plus 0,25 Prozent vom Orderwert, mindestens 0,95 Euro und maximal 54,99 Euro. Je nach Handelsplatz kommen weitere Entgelte hinzu.

Ist die Sofortorder immer besser?

Nein. Sie ist günstiger, bietet aber weniger Kontrolle über den Handelsplatz. Bei größeren Orders, US-Aktien oder marktengen Wertpapieren kann die individuelle Handelsplatzwahl sinnvoll sein.

Kann man bei der Sofortorder ein Limit setzen?

Das Preisverzeichnis nennt Limitsetzung, Orderänderung und Orderstreichung als entgeltfrei. Anleger sollten in der Ordermaske prüfen, welche Limitmöglichkeiten im konkreten Fall verfügbar sind.

Wann sollte man nicht blind die Sofortorder nutzen?

Vorsicht ist bei marktengen Wertpapieren, US-Aktien außerhalb der US-Handelszeit, Anleihen, großen Orders oder breiten Spreads sinnvoll.

Warum ist der Spread wichtig?

Der Spread kann die tatsächlichen Kosten einer Order stärker beeinflussen als die sichtbare Ordergebühr. Ein günstiger Orderpreis hilft wenig, wenn die Ausführung deutlich schlechter ist.

Was kostet eine US-Order mit individueller Handelsplatzwahl?

Nach der Preisstruktur fällt bei individueller Handelsplatzwahl für USA ein Handelsplatzentgelt von 14,95 Euro an. Dazu kommt die Orderprovision von 0,95 Euro plus 0,25 Prozent vom Orderwert.